Reisesplitter Xian
Die Terracotta-Armee des Qin Shihuangdi
(ca. 30 km östlich von Xian)

Es ist stickig und diesig in Xian. Man fühlt beinahe schon den Regen. Fast eine Einstimmung auf die Luft in den überbauten Ausgrabungsfeldern der Terracotta-Armee.
Durch Bauern, die 1974 beim Brunnengraben Scherben entdeckten, gelang die sensationelle Entdeckung der Grabanlage von Kaiser Qin Shihuangdi, dem 221 v. Chr. die erste Reichseinigung in China gelang, der die Verwaltung zentral und straff organisierte, Zahlungsmittel, Gewichte, Rechtsvorschriften, Schriftzeichen etc. vereinheitlichte.
Qin Shihuangdi, der Kontrolle, Disziplinierung und Strafmaßnahmen gegen jede Form von Opposition durchsetzte.
Qin Shihuangdi, der den Titel „Erster Kaiser“ annahm, sich als Gottkaiser verehren lies und der Zeit seines Lebens auf der Suche nach Mittel und Wegen war, um die Unsterblichkeit zu erlangen.
Seine Terracotta-Armee ist in der ganzen Welt ein Begriff geworden. Weniger bekannt ist, dass weitere Freilegungen und Ausgrabungen solange gestoppt wurden, bis konservierungsmäßig garantiert werden kann, dass die Tonfiguren ans Licht gebracht, nicht ihre prächtigen Farben verlieren. In den Grabungsfeldern, stehen die aus den zerbrochenen Teilen zusammengesetzten Soldaten, Offiziere, Bogenschützen, Schwertkämpfer, Pferdeführer und ihre Pferde in fahler Tonfarbe und nur mehr auf den Bildern wird die verschwundene farbenprächtige Bemalung dokumentiert.
Ergebnisse von Forschungen zu Konservierungsmethoden und idealen Umgebungsbedingungen lassen hoffen, dass die weiteren Ausgrabungspläne verwirklicht werden können, denn der kleine Ausgrabungsbereich lässt neben Forschern auch die Touristen erahnen, was sich noch im Boden des ausgedehnten Arials verbirgt.
Das Kaisergrab selbst soll sich in dem künstlich aufgeschütteten Grabhügel in Pyramidenform befinden. Der Hügel ist 47 m hoch und ca. 1,5 km von den Terracotta-Armee-Ausgrabungsstätten entfernt.
Der Historiker Sima Qian 109- 91 v. Chr. beschreibt dieses Grabmal als eine Nachbildung des Reiches mit Flüssen und Seen aus Quecksilber, ja sogar das Universum soll in diesem Mausoleum abgebildet sein. Tatsächlich hat die Forschung eine hohe Konzentration von Quecksilber am Ort nachgewiesen.
Derzeit zu besichtigen sind im Museumsbereich das Museumsgebäude, in dem auch die 2 von je 4 Pferden gezogen bronzenen Wagen zu sehen sind, sowie die 3 durch Hallen geschützte Grabungsfelder mit den lebensgroßen, mit individuellen Gesichtszügen modellierten Tonsoldaten, in Schlachtordnung aufgestellt, mit Pferden, Wagen und Waffen. Über 7000 sollen es sein; ausgegraben und wieder zusammengesetzt ist erst ein kleiner Teil davon. Die 3. Ausgrabungsgrube, die kleinste, mit gerade mal 68 Statuen, Generale und Offiziere, stellt offenbar die Kommandantur dar.
Qin Shihuangdi, ein Tyrann, dessen Grausamkeit berüchtigt war, war zugleich auch der Inbegriff des Visionärs und Reichsgestalters und letztendlich gelang ihm auch die Suche nach persönlicher Unsterblichkeit, wenn auch in einer Weise, die Qin Shihuangdi so vermutlich nicht erwartet hätte.
Qian Ling,
die gemeinsame Grabstätte von Kaiser Gaozong und Kaiserin Wu Zetian
(ca. 80 Kilometern nord-westlich von Xian)
Eindrucksvoll ist die Anlage, im Grünen und geomantisch in die Landschaft eingepasst. Den Seelenweg zum Berg in dem sich die Grabstätte befindet, begleiten Steinskulpturen von Vögeln, Pferden, Generälen und 2 hohen Stelen, eine mit Widmung für Kaiser Gaozong und eine ohne Widmung. Das Grab selbst ist noch nicht geöffnet.

Kaiserin Wu Zetian (624-705 n. Chr.) ist eine der interessantesten Persönlichkeiten aus Chinas langer Geschichte. Aus einer reichen und einflussreichen Familie stammend, mit bester Erziehung, kam sie mit 13 Jahren an den Kaiserhof. Nach dem Tod von Kaiser Taizong wurde sie zur Lieblingskonkubine von dessen Sohn und Nachfolger Gaozong. Sie gebar dem Kaiser die heiß ersehnten Söhne und gewann so genug Macht um Kaiserin Wang zu diskreditieren und deren Position zu übernehmen. Sie soll auch den Mord an der ehemaligen Kaiserin und der früheren Lieblingskonkubine Xiao veranlasst haben. Neben dem gesundheitlich geschwächten Gaozong wurde sie immer mehr die eigentliche Autorität am Hof. Kaiser und Kaiserin führten in ihren Titeln als tianhuang und tianhou die Berufung auf den Himmel in ihren Titeln und leiteten damit einen universalen Herrschaftsanspruch ab. Sehr geschickt bereitete sie die Erhöhung ihrer Position als Frau vor, denn gemäß den konfuzianischen Regeln war die Regentschaft einer Frau schlicht widernatürlich und damit unmöglich. Sie sicherte ihre Einflusssphäre genügend ab um nach dem Tod von Kaiser Gaozong die Regentschaft zu übernehmen und wurde so zum ersten weiblichen Kaiser Chinas.
Kaiserin Wu Zetian förderte den Buddhismus durch Finanzierung von Tempeln, Grotten und Skulpturen, so auch in Dunhuang. Der Buddhismus erlebte eine Blüte in dieser Zeit. Viele Bodhisattva und Buddha Statuen dieser Zeit haben weiche, weibliche Gesichtszüge; mag sein weil sie von einer Kaiserin gestiftet wurden oder auch weil sich die Kaiserin als göttliche Mutter empfand. Diese Kaiserin, die nicht nur strategisch geschickt agierte, sondern auch Täuschen, Tarnen und Manipulieren vorzüglich beherrscht hat, die mit Gewalt und Grausamkeit ihre Ziele verfolgte und die Macht ausbaute, unterstrich ihre Rolle als göttliche Mutter mittels des Buddhismus und erhöhte so auch ihr Prestige.
Xian, außerhalb der Stadtmauer
und ein weiterer Ausflug zum Tempel Famen ca. 100 km von Xian.
Ein wahres Schatzhaus ist das Historische Museum Shaanxi, übersichtlich gestaltet mit guter Beschriftung und interessanten Führungen.
Ein Ort mit gepflegter, ruhiger, angenehmer Atmosphäre, auch um mal etwas auszuruhen, ist die Große Wildganspagode.
Das ist der durch die eingestürzte Pagode und den dadurch gefundenen Schätzen berühmte Famensi, nicht unbedingt.
Die Anreise dauert, am Ort Menschen, herumgeschoben von so was wie Ordnern,
Touristen, Betende und Gläubige, die Jadestücke vor der Krypta mit den Reliquien, die sich dort allerdings nicht mehr befinden, weil im Museum nebenan, schwingen und betend versuchen diese mit positiver Energie aufzuladen.
Die verfallene Holzpagode der Tangzeit war in der Mingzeit aus Ziegeln ersetzt worden, wurde aber bei einem Erdbeben 1978 so schwer beschädigt, dass sie daraufhin einstürzte. So fand man die im Fundament verborgenen Objekte aus Gold, Silber, Jade, Seide und vor allem in verschachtelten Boxen den oder die Fingerknochen Buddha Sakyamunis. Einer soll echt, die anderen Fälschungen sein, aber wie weit dies wissenschaftlich überprüft wurde, konnte ich nicht feststellen.
Egal wie, mir war die Energie dort eher eine unangenehme.
Foto: © Dr. Ulrike Kraus
Airlines / Strecken:
Wien – Dubai – HongKong mit Emirates (EK) !
Etwas eng in der Eco aber sehr guter Service vor allem auf der FRA Strecke
HongKong – Xian mit Dragonair (KA)
In der Eco war der Service schon mal besser und flimmernde Bildschirme stören offenbar nur die Passagiere
Xian – Dunhuang mit China Southern (CZ) !
Überraschend bequeme Sitzabstände, absolut nettes Servicepersonal. Verpflegung war OK - etwas einfallslos.
Frankfurt – Wien mit Tyrolean für AUA
läuft ab sofort für uns unter : am besten vermeiden
Die hatten uns nach Frankfurt offensichtlich ihr Faggschiff geschickt!
Laut und vibrierend, vom Aussehen her ein Oldy ohne Charme, dafür schon etwas sehr abgeschmuddelt.
Beim Einchecken durften wir für 2 Kg Übergepäck zahlen! (nachdem wir mit diesem Gepäck bereits von HKG über Dubai nach FRA gekommen waren ohne auch nur das Wort Übergepäck zu hören); die Maschine war dann nicht mal zu einem Viertel voll und als Krönung erbat man sich unser Verständnis, denn sie hätten nicht genug Essen an Bord!
Das zum Service a la Rot-Weiß-Rot. Ab sofort werden wir bei unseren Flügen diese Farben tunlichst vermeiden.
Hotels:
HongKong Stanford Hillview Hotel in Tsimshatsui
Für diesmal war es zentraler Ausgangspunkt und
für einen längeren Aufenthalt gut geeignet, zum Essen geht man ohnehin aus.
Xian New World Hotel
Angenehm; für Ausflüge in der Stadt etwas dezentral, andererseits aufgrund der Weitläufigkeit der Stadt benützt man ohnehin meist irgendein Transportmittel.
Dunhuang The Silk Road Dunhuang Hotel !! – es war die reine Erholung und das in der Hitze und am Rande des Sandes
Dubai
Unbedingt vermeiden das Pearl Residence A. Hotel
Die Studios haben den Charme und den
Sauberkeitsstand von Quartieren, nicht jedoch
deren Preis
Sehr guten Service mit alt-englisch gehauchtem Charme bot das Ascot Hotel, zentral gelegen und mit Shuttlebus zum Strand.
Fotos: © Dr. Ulrike Kraus |